Vorwort |
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Die Arbeit wurde Ende meines 6. Semesters aufgrund der herrschenden Finanzkrise im Jahre 2009 als Hauptthema meiner Bachelor-Thesis ausgesucht und gleichzeitig durch das Rektorat als solches angenommen.
Das Portfoliomanagement hat seit dem letzten Jahrzehnt vermehrt an Bedeutung und vor allem an Professionalität gewonnen. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, wird sich diese Entwicklung auch in den nächsten Jahren fortsetzen müssen. Ich bin der Überzeugung, dass die aktuellen Strukturen im professionellen Portfoliomanagement einem radikalen Trend der Umstellung nachgehen. Die Gründe liegen u.a. in der Vermögensstruktur der Investoren, fortgeschrittenen Informationstechnologien und steigende kapitalmarkttheoretische Erkenntnisse im Portfoliomanagement.
Von der ersten Idee bis zur druckreifen Ausarbeitung vergingen Monate. Zahlreiche Theorien mussten hinterfragt und zeitnah analysiert werden. Auf diesem langen Weg haben mich Dritte organisatorisch und mental begleitet. Ihnen allen gebührt nun mein aufrichtiger Dank. Allen unabhängigen Vermögensverwaltern, Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften, die sich an meiner Umfrage beteiligt haben, gebührt ebenfalls ein grosses Dankeschön. Besonders herzlich bedanke ich bei meinem Referenten Herrn Gerd Ramsperger für seine wertvollen Anmerkungen, die massgeblich zur akademischen Prägung der Arbeit beitrugen.
Darüber hinaus kam die wichtige Unterstützung zweifellos von meiner Familie. In tiefster Schuld stehe ich bei meiner Ehefrau Miray Dursun , die trotz zeitlicher Entbehrung und räumlicher Trennung stets ihre Begabung und Liebe auszudrücken wusste. Auch meiner sechs Monate alten Tochter Ceylin gebührt mein herzlicher Dank, die meine moralische Gesinnung durch ihr Lächeln immer wieder prägte. Ihnen widme ich diese Arbeit.
Ömer F. Dursun Zürich, 24. Februar 2010
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Zusammenfassung |
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Trotz der schwierigen Wirtschaftslage und der jüngsten Finanzmarktturbulenzen, wachsen die grossen Vermögen weltweit konstant. Das Asset Management in den fünfziger Jahren, als der Nobelpreisträger Harry Markowitz sein Kernwerk „Portfoliotheorie“ der Welt bekannt gab, waren die Umweltrisiken einfacher definiert, als sie es heute tatsächlich sind. Nur eine Fernsehsendung unterhielt das Schweizer Publikum in den siebziger Jahren – Das Schweizer Fernsehen. Es gab wenige Zeitungen, die politische Interessen vertraten und im Bereich der Technologie gab es Analogtelefone als einziges Kommunikationsinstrument. Mit Erreichung eines gewissen Wohlstandsgrades Ende der sechziger Jahre, wuchs die Gesellschaft exponentiell. Die technischen Fortschritte in der Industrie ermöglichten eine weltweite Ausdehnung im Sinne der Globalisierung. Die Informationstechnologie hatte Mitte neunziger Jahre die Effizienz der Kommunikation enorm gesteigert. Die wettbewerbsfähige Positionierung und die einzigartige Konzentration auf die Kernkompetenzen jener Wirtschaftszweige wurden schwieriger bzw. komplexer. Die menschlichen Kapazitäten stiessen an ihre Grenzen. Je komplexer die Wirtschaft sich ausbaute, desto präzisier wurden die regulatorischen Aufsichten. Ungeachtet der aktuellen Wirtschaftskrise erlebt die Investmentbranche im letzten Jahrzehnt einen massiven Boom. Gleichzeitig werden die Anleger mündiger und erfahrener. Bunte Werbematerialien allein reichten vielen Anlegern nicht mehr aus. Es wuchs das Interesse an fundierten Informationen. Dies hatte zur Folge, dass die Asset Manager sich im komplexen Markt noch besser, vor allem effizienter, positionieren mussten.
Bei der heutigen Organisation des Asset Management ist infrage gestellt, welche Interessen sie tatsächlich vertreten. Wie aus einem Herdentrieb heraus hat jeder die Grundlage für die Schrumpfung seines Vermögens selbst geschaffen. Die Ursache ist im strategischen Vorgehen zu untersuchen. Anlagestrategien bilden die Basis für weitere Anlageentscheide. Diese müssen gezielt definiert und begründet werden. Des Weiteren hängt die Datenqualität von ihrer Objektivität ab. In der verhaltenswissenschaftlichen Finanzmarktforschung (Behavioral Finance) sind Kursbewegungen auf das Eintreffen neuer Informationen zurückzuführen. Investment- bzw. Anlagestile basieren auf solchen Prognosen, die im Endeffekt das gesamte Portfolio beeinflussen. An dieser Stelle sind die Instrumente bzw. die Methoden der Finanzanalyse, Beschaffung und Bearbeitung der Informationen zu analysieren. Hinsichtlich zunehmender Fülle der Finanzinformationen ist die Abdeckung des Anlageuniversums hingestellt. Dabei spielt in der modernen Welt die Infrastruktur in Zusammenhang mit der Informationstechnologie eine proportional bedeutende Rolle. Die begrenzte Informationsverarbeitungs-kapazität des Portfoliomanagements verlangt bei der Selektion von Aktientiteln einen systematischen Entscheidungsprozess. Dutzende von Anlagestilen kommen in der Praxis zur Anwendung. Die Effektivität und die Effizienz sind hingestellt. Selbst bei den Gegensatzpaaren Value und Growth ist es umstritten, welcher meist geeignet ist.
In dieser Arbeit werden die verschiedenen Management Stile für die Verwaltung der Vermögen analysiert. Mit der deduktiven Denkweise wird die Allgemeingültigkeit der Stile durchleuchtet. Dabei wird die Theorie genauer betrachtet und Annahmen werden getroffen. Des Weiteren werden die Befunde im Sinne des induktiven Effekts anhand von Einzelbeispielen verglichen. Mittels Umfrage wurden die Asset Management Unternehmen auf die Stile und deren Kenntnisse darüber befragt. Diese Umfrage wird in einer Interpretation wiedergegeben. Die Arbeit zeigt dreierlei Ergebnisse auf. Zum einen gibt es trotz der komplexen und aufwendigen Informationsbasis unterschiedliche Anwendungen der Asset Management Stile – bewusst oder unbewusst – die im Interesse der Kunden ausgeübt werden. Wo technische Analyse die Basis schafft, bildet die fundamentale Analyse den Komplementär. Die aus der Praxis erwachsene und systematisch nicht gerechtfertigte quantitative Analyse wird nicht oft zur Anwendung gebracht. Zweitens deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Anlagestrategien knapp 90 Prozent bewusst eingesetzt werden und dabei die Portfoliomanager bis zu zwei Drittel aktives Management ausüben. Nicht zu Letzt werden neben den populären „Value und Growth“ auch weitere Anlagestile angewendet. In der Konklusion werden Erkenntnisse zur Entwicklung der Stile und aktuellen Trends in der Schweiz erläutert. Viele Probleme müssen interdisziplinär betrachtet werden, um auf dem Finanzmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben und sich zu differenzieren.
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